Anstatt eines Vorwortes:
Das Problem, mit neuen Erkenntnissen fertig zu werden.
Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der
Weise durchzusetzen, daß ihre Gegner überzeugt werden und sich als
belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, daß die Gegner
allmählich aussterben ...“ Mit diesen Worten hat der große
Physiker Max Planck – in meinen Augen ist er der größte des
zwanzigsten Jahrhunderts – in seiner wissenschaftlichen
Selbstbiographie die ernste Problematik der Anerkennung
bahnbrechender neuer Erkenntnisse charakterisiert. In diesem
„bahnbrechend“ liegt eine besondere Problematik, denn eine neu
gebrochene Bahn hat Folgen.
Noch etwas konkreter hat es Planck drei Seiten vorher im Bezug auf
seine eigenen Erfahrungen ausgedrückt: „Es gehört mit zu den
schmerzlichsten Erfahrungen meines wissenschaftlichen Lebens, daß es
mir nur selten, ja, ich möchte sagen niemals gelungen ist, eine neue
Behauptung, für deren Richtigkeit ich einen vollkommen zwingenden,
aber nur theoretischen Beweis erbringen konnte, zur allgemeinen
Anerkennung zu bringen.“
Hat schon ein so hoch angesehener Forscher unter solchen Problemen
gegenüber seiner eigenen wissenschaftlichen Gemeinschaft zu leiden,
die sich so sehr als rational bezeichnet, aber nicht bereit
ist, auf rationale Argumente einzugehen, um wieviel schwerer muß es
dann ein Außenseiter wie ich, wenngleich auch Physiker, haben, die
Wissenschaft mit entsprechen-den Argumenten, ebenfalls aus ihrem
eigenen logisch-rationalen Vokabular, zum Nachdenken zu bringen!
Und so erscheint es mir mit diesem Buch wie mit einem Gebet: Ich rede
und rufe, und weiß nicht, ob mich wer hört. Es bleibt mir nur der
Glaube und die Hoffnung, daß man einmal bereit sein wird, darüber
nachzudenken. Ich werde es vielleicht nicht mehr selbst erleben, aber
dieses geistige Kind wird seinen Weg auch ohne mich machen, wie es
eben bei Kindern so ist.
Viel Zeit wird nicht mehr bleiben, denn die Vertreter einer
Wissenschaft, die sich mit so wenig Selbstkritik als eine
Naturwissenschaft bezeichnet, sind im Begriff, unsere gesamten
Lebensgrundlagen, welche die Natur uns bietet, zu zerstören. Man
kann das nicht nur (wenn man sehen will) an den schon lange
sichtbaren Schäden unserer Umwelt und den Statistiken von
ernstzunehmenden Wissenschaftlern erkennen, sondern (wenn man denken
will) auch in einer kritischen Reflexion über die Grundlagen jener
Wissenschaft. Und die führt zu einer noch deutlicheren Sprache. Denn
zeigt das Sehen der äußeren Zeichen den gegenwärtigen Zustand, so
zeigt das Nachdenken über die Grundlagen die zukünftige
Entwicklung, und die sieht noch wesentlich düsterer aus.
Ein ehrliches Nachdenken muß zu einer Umkehr führen. Damit ist kein
Rückschritt gemeint – nichts in der Natur ist wirklich reversibel
–, sondern ein Fortschritt zu einem umfassenderen Denken, und
der ist möglich. Der Sinn des menschlichen Lebens kann doch
nicht so gegen die Natur gerichtet sein, wie es bisher aussieht!
Für einen solchen Fortschritt muß also zuerst der Boden aufbereitet
werden. Das bedeutet eine Bestandsaufnahme der Probleme und ihre
Analyse, bevor man überhaupt an die Entwicklung eines neuen
Konzeptes gehen kann. Aber schon hier gehen buchstäblich alle
Lichter aus: Allen bösen Anzeichen zum Trotz halten unsere
Wissenschaftler an einem längst fragwürdig gewordenen Denken fest
und verdrängen alles, was nicht in dieses paßt. Sie verhalten sich
tatsächlich wie kindliche Autofahrer, die warnende Kontrolllampen,
etwa für einen kritischen Ölverlust oder für defekte Bremsbeläge,
einfach ausschalten und dann meinen, unbesorgt weiterfahren zu
können.
Die Absicht dieses Buches, ein solches umfassenderes Denken, das
eigentlich unsere Vorfahren schon hatten, aber mit der neueren
Entwicklung verlorengegangen ist, wieder neu zu entwickeln, droht
also schon an dieser ersten Voraussetzung zu scheitern, sie stößt
auf den erbittertsten Widerstand der heutigen „Orthodoxie“, der
durch die beiden Planck-Zitate gar nicht wirklich zu erfassen ist.
Mahner, die etwa vor einer drohenden Atom-, Impf- oder Genkatastrophe
warnen, finden kein Gehör, ja sie werden vielmehr verfolgt, um ihr
Licht zu löschen, oft sogar mit Mitteln, die eines Rechtsstaates
unwürdig sind. Doch das wird die Entwicklung niemals hindern:
Man kann die Mahner ausschalten
wie Kontrolllampen, nicht aber das, wovor sie warnen!
Erst nach einer Überwindung dieser ersten Hürde kann man daran
denken, sich von der geistigen Führung unserer Gesellschaft eine
Bereitschaft zum Nachdenken über konstruktive Vorschläge zu
erwarten, die längst vorhanden sind. Erst dann kann man das
abwenden, wovor die Mahner warnen – wenn es dann nicht zu spät
ist.
Von der Sache her gesehen wären die großen Probleme in Umwelt und
Gesellschaft gar nicht so schwer zu überwinden, denn sie bilden, wie
eine in die Tiefen unserer Naturwissenschaft gehende Analyse zeigt,
einen einheitlichen Komplex, was ihre Behandlung ganz wesentlich
vereinfachen würde.
Ja, es erscheint demgegenüber wie ein einziger Hohn: Das eigentliche
Problem besteht in der Uneinsichtigkeit der für unsere geistige
Entwicklung maßgebenden menschlichen Gruppie-rungen, denen auf der
wirtschaftlichen Seite unbegrenztes Wachstum, Streben nach Macht und
Reichtum, auf der wissenschaftlichen Seite Eitelkeit und
Profilierungssucht (über welche sie den Vertretern der ersteren
dienstbar sind) wichtiger sind als die Zukunft ihrer Kinder.
Die Probleme sind lösbar, an erster Stelle sogar die
unseres Gesundheitswesens! Wären da nicht die soeben genannten
psychologischen und charakterlichen Hürden, so wären innerhalb
kürzester Zeit Einsparungen von über 90% möglich, eine für unsere
Politiker bisher geradezu unvorstellbare Zahl!
Der oben angesprochene einheitliche Komplex besteht darin, daß alle
Technik und Medizin ihr Fundament in der Naturwissenschaft haben,
konkreter: in der Physik, und die eigentlichen Probleme liegen
bereits in dieser Wissenschaft. Technik und (Hochschul-)Medizin haben
nicht nur deren Gesetze und Formeln übernommen, sondern schon das
eigentliche wissenschaftliche Denken. Und das wiegt für die
Medizin, die gegenüber einer physikalischen Wissenschaft von toter
Materie doch eine Wissenschaft vom Leben sein soll, ganz
besonders schwer.
Es ist also unumgänglich, daß ich mich als erstes besonders
ausführlich mit den Problemen der Physik selbst befasse, was mir als
bereits „austherapiertem“ Physiker (die anderen gehen, wie die
Mediziner, noch fleißig in „Fortbildungsseminare“) relativ
leicht fällt. Ich muß dabei, bevor ich mit meinen Absichten und
Vorschlägen fortfahre, zunächst auf eine ganz grundsätzliche
Eigenheit unserer Welt eingehen, die in ihrem Kern jedoch erst im
Laufe des Buches besser verständlich wird.
Die oben beklagten Schwierigkeiten, neue Gedanken in ein schon
festgefügtes geistiges System einzubringen, hängen mit dem an und
für sich bekannten Beharrungsprinzip der Natur zusammen: Wenn
man alle neuen Ideen ohne Einwände sofort in sein Denksystem
aufnähme, würde alles aus dem Ruder laufen, jede neue Idee würde
alles umstoßen, letzten Endes würde das zur vollständigen Anarchie
führen. Das gilt als Prinzip für alle materiellen und geistigen
Systeme der Natur, kein stabiles System wäre auf diese Weise
möglich.
Hier zeigt sich schon das, was den Kern unseres ganzen Buches
ausmachen wird, die Kybernetik. Jedes System der Natur, und
auch jedes wissenschaftliche Denksystem der Menschen, ist, wie wir
später sehen werden, als ein kybernetisches System aufzufassen. Und
im Kontext der Kybernetik kann man das beklagte Problem auch anders
herum, nämlich positiv, formulieren: Jedes kybernetische System
verfügt über die Fähigkeit der Toleranz gegenüber
Störungen, das heißt, es regelt diese weitgehend aus, anstatt sich
durch sie zerstören zu lassen. Diese Toleranz äußert sich in dem
Beharrungsvermögen, das Vorhandene zu erhalten. Das Verhalten
der „orthodoxen“ Wissenschaftler ist also im Grunde eigentlich
ganz natürlich.
Zugleich erscheint uns aber hier ein Widerspruch: Der abgewiesene
oder gar verfolgte Neuerer empfindet dieses Verhalten ganz und gar
nicht als Toleranz, sondern vielmehr als Intoleranz! Wir
geraten hier in die Gefahr einer Begriffsverwirrung, wie wir das
später auch bei der Behandlung der Begriffe von Krankheit und
Heilung sehen werden.
Die Lösung dieses Widerspruchs besteht – das sei hier schon
vorweggenommen – in der Berücksichtigung des Standpunktesdes Betrachters relativ zum System: Als Toleranz erscheint es
einem äußeren Betrachter, der das jeweilige (Regel-)System
als ganzes sieht, das seinen Bestand verteidigt. Als Intoleranz
erscheint es innerhalb des Systems jedem der
Kontrahenten: Der jeweils andere wird als intolerant empfunden. Auch
der Insider betrachtet den potentiellen Neuerer als intolerant
gegenüber dem bestehenden System, weil er dieses ja nicht
akzeptiert, wie es ist, sondern verändern, also (zer)stören will.
Aus der Sicht beider Kontrahenten würde vielleicht noch das
Verhalten als tolerant escheinen, in dem einer den anderen ignoriert.
Daß diese Situation aber kybernetisch verstanden auch nichts anderes
bedeutet, das zu erklären würde an dieser Stelle schon etwas zu
weit führen.
So bitter es also für die jeweils benachteiligte Seite ist: Was sich
in der ganzen Natur im Allgemeinen abspielt, ereignet sich in der
Wissenschaft im Besonderen. Ich habe mich oben somit nur über diese
kybernetische Toleranz beklagt. Dennoch darf das im praktischen Leben
niemals zur Rechtfertigung für eine bedingungslose Kapitulation
dienen, gleich auf welcher Seite: Gefordert wäre hier der genannte
äußere Standpunkt, der allein erkennen ließe, was
dem System – hier der menschlichen Gesellschaft – als ganzem
dient, und das bedeutet: ein ehrlicher Dialog!
Aber nun wieder zurück zu unserem Buch! Wie es der Titel sagt,
suchen wir nach einem Verständnis der Natur in ihrer Ganzheit. Ich
werde am Anfang ausführlich auf die Probleme der Physik eingehen,
denn diese bildet, wie gesagt, das Fundament für alle anderen
Wissenschaften, die sich mit der Natur beschäftigen, und um die
Probleme jener letzteren zu begreifen, müssen wir deshalb zuerst die
der ersteren verstehen. Das eigentliche zentrale Anliegen wird aber
die Medizin bilden, denn das Leben, hier zunächst das
des Menschen, aber in weiterer Hinsicht das aller natürlichen
Geschöpfe, bildet die eigentliche Natur. Das gilt umso mehr, wie wir
später einsehen werden, als im Grunde nichts im ganzen Universum
wirklich leblos ist. Die Unterscheidung zwischen organisch und
anorganisch ist nur eine der menschlichen Wissenschaft.
Die Medizin ist also naturgemäß die Wissenschaft, die jeden
einzelnen von uns am unmittel-barsten betrifft. Das führt auch dazu,
daß hier jeder einzelne am ehesten über Vorzüge und Nachteile von
Theorien, Diagnosen und Therapien urteilen kann, denn ob man Heilung
findet, und ob man die Behandlungen auch bezahlen kann, das kann
jeder selbst beurteilen.
Die Beschäftigung mit der Natur, insbesondere mit der Medizin, muß
uns also über die Physik als eine Wissenschaft von toter Materie
hinausführen. Bisher hielt man das für unmöglich, die Physik war
die unumschränkte Herrscherin aller Naturwissenschaft, und was man
nicht physikalisch erklären konnte, war überhaupt nicht zu
erklären. Seit einem guten halben Jahrhundert verfügen wir jedoch
über eine neue Wissenschaft, die sich als der Physik übergeordnet
erweist und das Leben mit einschließt: die Kybernetik.
Als übergeordnete Metawissenschaft verschafft sie uns den schon
vorhin angesprochenen äußeren Standpunkt und ist so auch in
der Lage, die Qualitäten der Physik und der ihr unter-geordneten
Hochschulmedizin zu beurteilen. Sie ist damit auch imstande, ganz
gravierende Fehlentwicklungen zu erkennen, aber auch – und das ist
ihre wunderbare andere Seite! – insbesondere die Medizin wieder ins
rechte Lot einer Wissenschaft vom Heilen und einer Kunst
des Heilens zu bringen! Und das Verständnis der
kybernetisch-medizinischen Gesetz-mäßigkeiten im einzelnen Menschen
wird uns schließlich auch zu einem Verständnis der ökologischen
Zusammenhänge in der ganzen uns umgebenden Natur führen.
Der Weg zu solchen hohen Zielen bedeutet, daß wir die Medizin wieder
zu einer Heilkunde der Natur zurückführen, von der sie vor
Tausenden von Jahren ihren Ausgang genommen hat. Die Ansätze dazu
sind vorhanden, unsere Aufgabe ist eigentlich „nur“, diese
zusammen-zuführen, miteinander verträglich zu machen. Damit komme
ich nun zu dem Hauptanliegen dieses ganzen Buches, den Weg zu bahnen
für eine echtes Miteinander der beiden großen Blöcke der Medizin,
für eine
Komplementarität von Hochschulmedizin und Naturheilkunde mit Homöopathie.
Eine solche Komplementarität läßt sich ohne Probleme dann
erreichen, wenn beide Seiten ihre eigenen Grenzen erkennen und die
Zuständigkeit der jeweils anderen Seite respektieren. Diese Grenzen
sind tatsächlich sehr deutlich zu ziehen:
Die Domäne der naturwissenschaftlichen Hochschulmedizin ist
die lebensrettede Notfallme-dizin. Hier ist sie imstande,
zusammen mit der Chirurgie wahre Wunder zu vollbringen. Das
eigentliche Heilen ist jedoch nicht ihre Stärke. Das werden wir
später ganz deutlich erkennen.
Das Heilen ist demgegenüber die klare Domäne der
Naturheilkunde und der Homöopathie. Hier kommt, wie
wir sehen werden, die ganze Stärke der Kybernetik zur Entfaltung,
die allein den wesentlichen Vorgängen des Lebens gerecht wird.
Diese deutliche Abgrenzung setzt aber auf beiden Seiten einen guten
Willen zur Verständi-gung voraus, den oben geforderten ehrlichen
Dialog. Doch damit sind wir leider auf die oben skizzierte
zentrale menschliche Problematik zurückgeworfen, wir sind wieder so
weit wie vorher! Wir müssen feststellen, daß die mit großem
Abstand übermächtige, weitestgehend globalisierte Hochschulmedizin
bisher zu keinem wirklichen Dialog bereit ist. Immer noch erhebt sie,
allen in unserem Buch dargestellten schrecklichen Irrtümern zum
Trotz, unnach-giebig einen für alles Leben zuständigen
Alleinvertretungsanspruch.
Die
Homöopathie ist seit rund fünfzehn Jahren auf der
Grundlage
der ganzheitlichen Kybernetik wissenschaftlich begründet!
Genau sie könnte die für eine faire Komplementarität benötigte
Abgrenzung der Domänen der beiden großen Lager, wie ich sie oben
formuliert habe, ermöglichen. Aber vielleicht auch eben deshalb
will man sie nicht anerkennen, ja man hat sie vielmehr zum
schlimmsten Feind der Hochschulmedizin erklärt!
Wesentlich mehr ist an dieser Stelle eines Vorwortes über die
sachlichen Aussagen dieses Buches nicht zu sagen, das wird ab dem
einführenden ersten Kapitel fortgesetzt. Hier ist es mir um die
menschliche Problematik gegangen, die mit einer Darstellung
von bestehenden Problemen und entsprechenden Ideen für Veränderungen
verbunden ist. Jetzt nur noch einige Bemerkungen zu Darstellung und
Anspruch dieses Buches:
Der ganze Text wird immer wieder zeigen, daß wir mit unseren
Überlegungen an die Grenzen unserer Vorstellungskraft kommen, wie
sie besonders jene Menschen empfinden werden, die noch zutiefst im
Materialismus verwurzelt sind und das Geistige als Urgrund unserer
Welt ablehnen. Und oft werden wir sogar an die Grenzen unserer
Sprache kommen, wie das Beispiel der in Kapitel 5 erwähnten Frage
„Was war vor der Zeit?“ besonders eindrücklich zeigt.
Unsere Sprache bestimmt unsere Fähigkeit, Begriffe zu bilden, sie
bestimmt die Grenzen unseres Denkens. Umso mehr halte ich es für
unerläßlich, daß wir unsere über viele Jahrhunderte auf
natürliche Weise gewachsene Sprache pflegen und bewahren und
sie nicht von einigen dafür bezahlten „Sprachexperten“ künstlich
verändern und damit zerstören lassen, wie das heute mit allerlei
Sprach- und Rechtschreibreformen versucht wird, wenn wir noch (oder
wieder?) gründlich denken wollen. Fast alle moderne
wissenschaftliche Fachliteratur zeugt von einem schleichenden
Sprachverfall, den ich im tieferen Unbewußten der Wissen-schaftler
mitverantwortlich mache für ihr inkonsequentes Denken und damit für
ihre Irrtümer.
Gleichviel, welche Motive diesen Reformen zugrunde liegen, sei es die
Anpassung der natürlichen Sprache an die künstliche der Computer
und damit die Beschränkung der natürlichen menschlichen Intelligenz
auf die künstliche der Roboter, sei es die gleiche Ausrede wie bei
der Gentechnologie, daß dieselbe schon immer in der Natur
stattgefunden hätte, oder auch nur mutwilliger Reformwille, um
modern zu erscheinen: Alle diese Motive, die Evolution der Natur
durch künstliche Reformen der heutigen Wissenschaftler ersetzen zu
wollen, sind, wie wir später sehen werden, nicht stichhaltig und
führen nur zur Zerstörung.
Aus diesen Gründen wehre ich mich gegen den Trend oder gar
entsprechende Vorschriften, etwa zwischen Lesern und
Leserinnen zu unterscheiden, oder zwischen Menschen und
Menschinnen, mit all den darauf folgenden barbarischen
Wortbildungen der Pronomina in Neben- oder Folgesätzen. Ich halte
das für einen falsch verstandenen Feminismus, denn man muß absolut
keine patriarchalische Gesinnung vertreten, um die gewachsene
Sprachkultur als Grundlage unseres Denkens zu erhalten! Ich werde
also diesen Trend hier nicht mitmachen, für mich sind seit eh und je
Mann und Frau gleichwertige Geschöpfe, und sie sind ebenso
gleichwertig in allen androgynen Wörtern wie „Mensch“ zuhause.
Damit komme ich auch zu meinem letzten Hinweis: Dieses Buch ist nicht
geschrieben für Leute, die damit zu anerkannten Autoritäten gehen
und diese um ihr Urteil fragen, sondern nur für solche, die sich die
Mühe machen, selbst zu denken und sich erst daraufhin ihr
eigenes Urteil bilden. Ich will mich dafür bemühen,
möglichst deutlich und verständlich zu schreiben, was angesichts
dieses Themas leider nicht leicht ist.
Für neue Erkenntnisse kann es noch keine anerkannten
Autoritäten geben,
damit muß jeder selbst fertig werden!
