Das Buch 'Natur - Ganzheit - Medizin' von Harald Zycha

Das Buch

NATUR - GANZHEIT - MEDIZIN

von Dr. rer. nat. Harald Zycha

Kritik der reduktionistisch-materialistischen Naturwissenschaft und Begründung einer ganzheitlich-kybernetischen Medizin der Natur.

Forum für eine
ganzheitliche Naturwissenschaft und Medizin

Dieses Forum möchte auf die überaus ernsten Probleme in unserem Gesundheitswesen und Ökosystem aufmerksam machen und aufzeigen, daß die Ursachen dafür in einer weitgehend verfehlten Naturwissenschaft und Medizin liegen, aber auch, daß man die Fehler beheben kann, wenn man nur will.

Der Autor des Buches 'Natur - Ganzheit - Medizin': Dr. rer. nat. Harald Zycha

Der Autor

Dr. rer. nat. Harald Zycha
ist Naturwissenschaftler,
hat Physik studiert und in Physikalischer Chemie promoviert.

  • Warum dieses Buch?
  • Inhaltsverzeichnis
  • Zu den Textauszügen
  •    -  Vorwort
  •    -  Zum Problembewußtsein (Kap. 1)
  •    -  Physik und Raum (Kap. 3)
  •    -  Physik an der Wende (Kap. 4)
  •    -  Probleme und Fragen (Kap. 5)
  •    -  Ganzheit und Schichtung (Kap. 6)
  •    -  Realität und Wirklichkeit (Kap. 7)
  •    -  Die Rolle der Mathematik (Kap. 7)
  •    -  Musik und Materie (Kap. 9)
  •    -  Ganzheitliches Denken (Kap. 10)
  •    -  Kritik der Physik (Kap. 11)
  •    -  Kritik der Medizin (Kap. 14)
  •    -  Stoffwechsel u. Immunsystem (Kap. 16)
  •    -  Krankheit und Heilung (Kap. 17)
  •    -  Homöopathie (Kap. 18)
  •    -  Eigenharntherapie (Kap. 19)
  •    -  Impfkritik (Kap. 20)
  •    -  Irrlauf des Kapitalismus (Kap. 22)
  •    -  Fortschritt u. technolog. Zirkel (Kap. 23)
  •    -  Ökologie und Nahrung (Kap. 24)
  • Aktuelle Brennpunkte
  • Zum Werdegang des Buches
  • Der Autor
  • Kontakt
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Aus Kapitel 16: Stoffwechsel und Immunsystem

Alles, was wir betrachten, müssen wir in einem nach unten und oben unbegrenzten ganzheitlichen Zusammenhang sehen. Daß die menschlichen Organe, Zellen, Organellen usw. keine für sich isolierten Gebilde sind, ist längst selbstverständlich. Aber auch der Mensch als ganzer ist kein wirklich isolierbares System, er ist eingebettet in die höheren Gebilde von Familie, Staat, Ökosystem usw. Es gibt keine abgeschlossenen Systeme, jedes System ist nach außen hin offen und nur durch seine Wechselwirkung mit der Umgebung zu beschreiben. Und diese Wechselwirkung ist, wie wir gesehen haben, nur über den durch die ganze Schichtung der Natur ziehenden geistig-vertikalen Informationsstrom zu begreifen. – Das ist der große, für hartnäckige Materialisten, wie es ja fast alle Physikomediziner sind, schier unmögliche geistige Schritt „über den Rubicon“, der aber für jedes Verständnis der medizinischen Grundbegriffe und damit des Lebens überhaupt unabdingbar ist!


Mit der Wechselwirkung haben wir das Stichwort für den Stoffwechsel erhalten. Wir dürfen hierbei den Begriff Stoff nicht auf das Materielle beschränken, sondern müssen ihn in seiner allgemeinsten Bedeutung sehen: alles, was zwischen zwei Systemen vermittelt, ausgetauscht wird. Der gemeinsame Nenner dafür ist die Information (s. Sätze 8.6 und 8.19). Wir müssen nicht nur alles, was der Mensch materiell aufnimmt (Nahrung) und von sich gibt (Ausscheidungen) berücksichtigen, sondern auch alle anderen Produkte körperlicher oder geistiger Kommunikation. Der Stoffwechsel ist also das Lebensprinzip schlechthin, ja er ist mit dem Leben selbst gleichzusetzen: Alles Leben ist Stoffwechsel!


Inbezug auf die Verwertung von Nahrung können wir dieses für alle Lebewesen gültige Urprinzip, auf den Menschen bezogen, in dem evidenten, aber fundamental wichtigen Satz konkret formulieren:


Von allem, was der Mensch aufnimmt, wird ein Teil (gewisse Komponenten) in seinem Innern verwertet, der Rest wird ausgeschieden. Beim ideal gesunden Menschen gibt es keine dritte Möglichkeit.


In diesem einfachen, fast tautologischen Satz können wir schon einen ersten wichtigen Hinweis auf das Wesen von Krankheit finden. Offenbar hängt die Gesundheit davon ab, ob dieses fortwährende Wechselspiel von Verwertung und Ausscheidung „richtig“ erfolgt. Das bedeutet: Alles, was der Organismus nicht selbst verwerten kann, ist für ihn Müll und muß ausgeschieden werden. Was sollte er sonst damit tun? Und vor der gleichen Entscheidung steht wieder jedes tiefere Untersystem dieses Organismus: ein bestimmtes Organ, eine Zelle, ein Molekül usw.

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Betrachten wir in dieser allgemeinen Weise das Schema des Verdauungsprozesses. Was man an Nahrung zu sich nimmt, wird einem stufenweisen Lösungsprozeß unterworfen, beginnend mit dem Kauen und Einspeicheln, fortgesetzt mit weiteren chemischen Spaltungen und Reaktionen im nachfolgenden Verdauungstrakt. An allen Stellen, auch schon an den Rachenschleimhäuten, werden aus dem Speisebrei gewisse Komponenten extrahiert und resorbiert. Was schließlich am Ende des Dickdarms übrig bleibt, wird ausgeschieden.


Aus dieser einfachsten Darstellung ist schon das in Satz 16.1 dargestellte Verarbeitungs-schema ersichtlich. Resorption bedeutet auf der jeweiligen Stufe Verwertung. Was hier nicht resorbiert wird, wird weitergeschoben, also lokal ausgeschieden, bis der letzte Rest den Organismus endgültig verläßt.


Auf den sekundären, inneren Verdauungswegen spielt sich Entsprechendes ab: Was vorher irgendwo resorbiert wurde, wird über Blut und Lymphe weitertransportiert, den verschiedenen Organen und ihren Zellen zugeführt und hierbei weiter zerlegt und chemisch umgesetzt. Was nach der Verwertung in tertiären und weiteren Verdauungswegen (in mehrfach umgewandelten Strukturen) schließlich übrig bleibt, benützt vor allem den anderen „Hauptausgang“ über Nieren und Harnblase.


Die materiellen Aspekte des Stoffwechsels können wir grob in zwei Komponenten teilen: eine katabole Komponente, das ist der stufenweise Abbau der aufgenommenen Stoffe, und eine anabole Komponente, in der die Abbauprodukte zum Aufbau neuer Teilsysteme, wie Moleküle, Zellen und Gewebe, verwendet werden. An jeder Stelle des Organismus, auf jeder Stufe seiner inneren Schichtung, muß hierbei zwischen Verwertung und Ausscheidung (Weiterleitung) der Metaboliten (Stoffwechselprodukte) eine Entscheidung getroffen werden (s. Abschn. 16.4).


Darin unterscheidet sich unsere ganzheitlich-kybernetische Sicht von der konventionellen naturwissenschaftlichen: Die letztere beschreibt, wie die konkreten einzelnen Prozesse an den verschiedenen Stellen ablaufen, oder richtiger, welche Produkte dort auftreten, denn die eigentlichen Prozesse sieht man ja nicht (s. Kap. 8.5). Wir hingegen konzentrieren uns auf das kybernetische Prinzip, nach dem fortwährend Entscheidungen getroffen werden müssen. Damit gelangen wir jetzt in das Spannungsfeld von Prozeß und Produkt, worauf ich am Ende von Kapitel 8.5 schon hingewiesen habe.


Dazu muß ich mich jetzt noch etwas genauer ausdrücken. Was der konventionelle Naturwis-senschaftler sieht, sind nicht die eigentlichen Prozesse, sondern ihre Ergebnisse, ihre Produkte (s. Sätze 8.40, 8.42). Er stellt an einem bestimmten Ort zu einer bestimten Zeit Art und Menge chemischer Verbindungen fest, und noch die Werte einiger sie betreffenden physikalischen Größen. Diese verschiedenen raumzeitlichen Produkte verbindet er gedanklich durch einen gedachten „Prozeß“: Er stellt physikalische, chemische und biologische Gesetze auf, die beschreiben, wie das eine mit dem anderen raumzeitlich zusammenhängt. Es wird festgestellt, unter welchen Umständen mal das eine, mal das andere in welcher Menge umgesetzt wird. Was er sieht, sind immer nur Momentaufnahmen von Ergebnissen des Geschehens, niemals das Geschehen, die Prozesse selbst (s. Sätze 8.40, 8.41).


Diese können wir natürlich auch nicht sehen, weil sie ja im geistig-vertikalen Strom ablaufen, doch kommen wir ihnen auf eine für den konventionellen Wisenschaftler vielleicht paradoxe Weise näher. Ohne in die einzelnen Systeme hineinzuschauen – sie sind ja für uns immer eine Black box – , wissen wir, daß sich alle Details von Prozessen jeweils zwischen Input und Output eines Systems abspielen. Eine andere Möglichkeit einer sicheren Erkenntnis gibt es nicht, denn jedes System ist überhaupt nur durch seine Wechselwirkung mit der äußeren Umgebung definiert (s. Sätze 8.1, 8.4, 8.20) und daher auch nur so beschreibbar. Kybernetisch bedeutet diese Wechselwirkung immer eine Folge von Ad-hoc-Entscheidungen, und dafür ist Information maßgebend.


Die Rolle der Information

Gesundheit bedeutet nun, daß dieser Umgang mit Information „richtig“ erfolgt. Daraus ergeben sich drei wichtige Fragen:


  1. Was bedeutet „richtig“ und worauf bezieht sich das?

  2. Was geschieht, wenn der Umgang mit Information nicht richtig ist? Das muß ja offenbar Krankheit bedeuten, oder zumindest ihre Ursache.

  3. Woher kommt die für den richtigen Umgang benötigte Information?


Da es hier um den Gegensatz von Gesundheit und Krankheit geht, kann „richtig“ nur bedeuten: im Sinne von Gesundheit bzw. Heilung. Das orientiert sich also allein am Ergebnis. Der Begriff „richtig“ bezieht sich jedoch nur auf die Information, denn diese ist es, die ein kybernetisches System zum Handeln aktiv veranlaßt und damit zu einem bestimmten Regel-Ergebnis bestimmt („äußere Determination“, vgl. Kap. 8.4). Der Beitrag des Systems selbst besteht nur in seiner reaktiven Disposition gemäß seiner eigenen Regelcharakteristik („innere Determination“). Die (äußere) Information muß dieser (inneren) Disposition insofern entsprechen, daß Heilung und Gesundheit gewährleistet sind. Hier kommt das Zusammen-wirken in der umfassenden Ganzheit deutlich zum Ausdruck.


Dazu ein ganz einfaches Beispiel, das sinngemäß für alle Ebenen der Schichtung eines Organismus gilt: Erklärt man eine für mich unverträgliche Speise irrtümlich als gesund, so esse ich sie und werde krank. Macht man mir aber die Gefahr bewußt, so esse ich sie nicht und bleibe gesund. Meine innere Disposition ist in beiden Fällen die gleiche, nur die Informa-tionen sind verschieden. Vor dem gleichen Problem steht auch jede Zelle unseres Körpers.


Damit komme ich zur zweiten Frage. Fehlt es an einer bestimmten Stelle des Organismus an der richtigen Information, so wird dort nicht das verwertet, was im Sinne der Gesundheit verwertet werden soll, und nicht das ausgeschieden (weitergeleitet), was ausgeschieden werden soll. Es wird also etwas fehlgeleitet, und das kommt an eine falsche Stelle, bleibt schließlich liegen und behindert andere Prozesse:


Bedingung für Krankheit:

Fehlerhafte Information beeinträchtigt das Zusammenspiel von Verwertung und Ausscheidung (Weiterleitung). Funktioniert dieses sodann nicht im Sinne von Gesundheit, so bilden sich liegenbleibende Schlacken des Stoffwechsels, die als Blockaden die Regulation lokal behindern. – Das ist der casus morbi.


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Die hier skizzierte Pathologie des Stoffwechsels wird verständlicher, wenn wir uns nun mit der oben gestellten dritten Frage beschäftigen. Ich habe dort gesagt, Gesundheit hängt davon ab, ob der Stoffwechsel mit seinen beiden wesentlichen Alternativen Verwertung und Ausscheidung richtig funktioniert. Das verlangt als kybernetisches Problem nach Information. Aber woherkommt die jeweils richtige Information? Betrachten wir jetzt die oben schon kurz beschriebenen Hauptkomponenten des Stoffwechsels etwas genauer.


Seine katabole Komponente führt in der Schichtung beider Partner, sowohl des verdauenden Organismus wie auch des aufgenommenen Stoffes, von höheren Systemen abwärts, mit einer stufenweisen Auflösung des letzteren und entsprechender Freilegung seiner tieferen Untersysteme, zu immer tieferen Systemen im Sinne einer fortschreitenden Entmateriali-sierung. Dieser Prozeß verläuft nach unserer Vorstellung quasi ad infinitum, d.h. es besteht kein Anlaß zur Annahme, daß er etwa auf der Ebene der Moleküle oder Atome zu Ende wäre, wenn auch auf vielen Zwischenstufen entsprechende Metaboliten (Zwischenprodukte) in die anabole Phase hinüberwechseln, wie man es in jedem Lehrbuch der Physiologie nachlesen kann. Moleküle und Atome sind ja als Produkte verschiedener Stadien der vertikalen Prozesse nur einzelne Stufen in der unendlichen geistigen Schichtung der Natur, ganz und gar nicht die letzten. Man denke hier bereits an die durch die Potenzierung in der Homöopathie aufgeworfenen Fragen!


Die anabole Komponente des Stoffwechsels läuft in die umgekehrte Richtung, in der Schichtung aufwärts, im Sinne einer Rematerialisierung zu immer höheren Systemen.

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Wegen der vollständigen informativen Vernetzung aller Systeme über den vertikalen Informationsstrom verfügt jedes System im Prinzip über alle Information des Universums, und damit eigentlich auch über alle Information, die für den Umgang mit anderen Systemen notwendig ist. Woher kommen also dann Fehlinformationen, die zur Krankheit führen?


Hier stoßen wir nun unmittelbar auf das kybernetische Naturprinzip, nach dem alle Systeme der Schichtung gebildet werden, wie ich es in Kapitel 8.3 (s. dort insbes. Satz 8.30) beschrieben habe. Ich wiederhole hier noch einmal kurz das Wesentliche:


Die Schichtung aller Systeme der Natur ist eine Schichtung von Information. Hinter jeder Systemgrenze (Kontur) verbirgt sich jeweils eine innere, potentielle Information, die man von außen nicht direkt wahrnehmen kann, sie ist im System verschlüsselt. Nach außen erscheint nur die durch die Kontur vermittelte äußere, aktuelle Information.


Den Sinn einer solchen Schichtung von Information können wir nur über das Prinzip der hierarchischen Reduktion von Information verstehen, wie es etwa im Management als das Delegationsprinzip bekannt ist: Jedes Lebewesen nimmt die Welt so wahr, wie es mit einem Minimum an informativem Aufwand möglich ist – gewissermaßen ein Extremalprinzip der Natur. Wäre einem einzelnen Lebewesen, gleich ob Mensch oder Zelle, alle Information des Universums, wie sie gemäß der vollständigen vertikal-informativen Vernetzung aller Systeme grundsätzlich zur Verfügung steht, unmittelbar bekannt, so würde es nichts erkennen, hätte keine Möglichkeit, alle Eindrücke zu sortieren. Das ist den Mystikern aller Länder und Zeiten aus ihren eigenen Erfahrungen bekannt. Dieses Reduktionsprinzip bildet auf beiden Seiten der Wahrnehmung, sowohl für das wahrnehmende Subjekt (s. auch dessen Gehirnfunktionen) als auch für das wahrgenommene Objekt (s. Satz 8.20) die Voraussetzung für unsere raumzeitliche Wahrnehmung, für die schon so oft erwähnte Subjekt-Objekt-Spaltung (s. Kap. 3.1 ff). Wir können das über unseren Konturtest (s. Kap. 6.2) gut nachvollziehen.


Die Verschlüsselung von Information erfolgt bei der Bildung der Systeme. Jedes höhere System entsteht nur durch diese Verschlüsselung, bei der auch das Prinzip der Ballung (s. Satz 8.27) eine entscheidende Rolle spielt. Beim Wachsen eines neuen Lebewesens ist die ontogenetische Differenzierung ihr unmittelbarer Ausdruck.


Die Stoffwechselschraube

Für uns ist an dieser Stelle der entgegengesetzte Prozeß besonders wichtig: das Vergehen der Systeme, ihre Auflösung. Diese findet insbesondere im katabolen Zweig des Stoffwechsels statt. Die stufenweise Auflösung der Nahrung bedeutet eine entsprechende Entschlüsselung der in den tieferen Systemen enthaltenen Information ...

Damit haben wir nun wieder den Anschluß an unser Problem gefunden, die Frage, woher an den einzelnen Stellen des Stoffwechsels die für die jeweilige Weiterverarbeitung benötigte kybernetische Information kommt: Diese wird bei der stufenweisen Auflösung der Nahrung parallel dazu Schritt für Schritt gewonnen. Es ist das jeweilige „mehr“ des Ganzheitsprinzips, über welches das System gebildet worden ist, das nun bei der Zerlegung des Systems wieder freigelegt wird. Es ist ein Prozeß, der sich als ein Wechselspiel zwischen Aufschließen und Informationsgewinn schraubenartig durch die Schichtung von aufnehmendem Organismus und aufgenommenem Stoff, vom Materiellen zum Geistigen, hinunterschraubt. Das in Satz 16.1 für das ganze Lebewesen beschriebene Grundprinzip wiederholt sich hierbei von Schicht zu Schicht:


Der Stoffwechsel besteht in einem durch die ganze Schichtung von aufnehmendem Organismus und aufgenommenem Stoff von Stufe zu Stufe schraubenartig fortschreitenden Verwertungszyklus, einem fortgesetzten Wechselspiel zwischen Struktur-Bearbeitung und Informations-Verarbeitung, das ich als Stoffwechselschraube bezeichne:

  • katabol zwischen Auflösen (Aufschließen) des Stoffes und Informations-Entschlüsselung von oben nach unten, vom Materiellen zum Geistigen,

  • anabol zwischen Verbinden (Verschließen) des Stoffes und Informations-Verschlüsselung von unten nach oben, vom Geistigen zum Materiellen.


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Wie wir uns das Funktionieren der Stoffwechselschraube in materieller Hinsicht konkreter vorzustellen haben, werde ich in Kapitel 17.1 darlegen, denn damit werden wir gleichzeitig einen unseren konventionellen naturwissenschaftlichen Vorstellungen entsprechenden Zugang zum Verständnis des Wesens von Krankheit erhalten.


Hier möchte ich aber jetzt noch einen besonderen Aspekt des Prinzips der Stoffwechsel-schraube ansprechen. Wie oben gesagt, erfolgt die Verarbeitung der Nahrung in einem durch die ganze Schichtung von aufzunehmendem Stoff und aufnehmendem Organismus von Stufe zu Stufe fortschreitenden Verwertungszyklus. Es werden dabei jeweils die Komponenten der entsprechenden Schichten beider Partner miteinander in Verbindung gebracht. Das bedeutet in letzter Konsequenz eine gegenseitige Durchdringung, eine Vereinigung beider Partner zu einem neuen Wesen.


Eine solche Sicht wird besonders plausibel, wenn man weiß, daß kein Wesen dieser Welt in der Weise statisch fixiert ist, wie es nach außen hin erscheint, sondern daß alles, wie in den Kapiteln 8.3 und 8.5 beschrieben, in ständigem Umbau begriffen ist, mit einer in die tieferen Schichten bis ins Unvorstellbare zunehmenden Fluktuation von Werden und Vergehen (s. auch Kap. 17.2).


Ich erwähne das hier einerseits, weil es uns einen Anstoß zu einer tieferen Einsicht in das Wesen von Leben geben kann. Meine obige Aussage „Alles Leben ist Stoffwechsel“ wird durch diesen steten Wechsel der gegenseitigen Durchdringung besonders unterstrichen. Und die hier verwendete sprachliche Ausdrucksweise ist nicht ganz zufällig gewählt, denn auf dem gleichen Prinzip beruht auch die sexuelle Vereinigung der höheren Lebewesen mit der Entstehung eines neuen Lebens: Was im Inneren des Organismus auf der Ebene der Zellen oder Moleküle vorgeht, spielt sich bei der Fortpflanzung auf der höheren Ebene des ganzen Organismus ab. Beides dient der Erhaltung von Leben, das erstere der Selbsterhaltung auf der Ebene des Individuums, das letztere der Arterhaltung auf einer höheren Ebene der Gattung. – Hier kommt auf geradezu wunderbare Weise wieder das Prinzip der Schichtungsinvarianz (s. Kap. 10) der ganzheitlich-kybernetischen Naturbetrachtung zum Ausdruck, das sich sogar auch in den Wurzeln unserer Sprache niedergeschlagen hat.


Aber mit dieser Einsicht sollte man noch etwas anderes verstehen können, was gerade für den Fortbestand aller Lebewesen, also auch des Menschen, fundamental wichtig ist: Die erwähnte gegenseitige Durchdringung der Stoffwechselpartner auf allen Stufen der Schichtung ist ein Gefüge von Prozessen, das sehr empfindlich darauf angewiesen ist, daß die entsprechenden Teilsysteme als Partner genau zusammenpassen (das oben verwendete Wort „Gattung“ bedeutet „Zusammenpassen“!). Das heißt, sie müssen die von der Evolution über Millionen von Jahren aufeinander abgestimmte genetische Information mitbringen. Lebewesen aus verschiedenen Gattungen können sich nicht auf natürliche Weise paaren.


Damit sollte man auch eine Ahnung davon bekommen, welch ein entsetzlicher Wahnsinn es ist, mit den so fragwürdigen Mitteln, wie sie unsere rudimentäre Naturwissenschaft mit ihren erst wenige Jahrzehnte alten und zudem noch auf die materielle Sicht beschränkten hypothetischen Theorien bietet, über die Gentechnik in das Genom der Lebewesen einzugreifen und sie damit künstlich artfremd zu kreuzen! Und was für die Ebene der ganzen Lebewesen gilt, ist ebenso für jede tiefere Stufe ihres Stoffwechsels gültig, mit allen Folgen ihrer Ernährung!


Stoffwechselschranken und Immunsystem

Die Gesichtspunkte und Gesetze, nach denen die Evolution die genetischen Strukturen aller Stoffwechselpartner der lebendigen Welt aufeinander abgestimmt hat, werden uns immer verborgen bleiben, auch wenn wir mit unserer Naturwissenschaft einzelne Aspekte der Strukturen selbst erforschen können, wie es ja schon bekannt ist. In unserer ganzheitlichen Denkweise dürfen wir aber davon ausgehen, daß sie da sind.


Wir dürfen also schließen: Wenn der Stoffwechsel gemäß der Stoffwechselschraube ein kybernetisches Prozeß-Gefüge ist, das mit geistig-vertikaler Information arbeitet, so muß es eine Instanz geben, die darüber wacht, wie die Prozesse ablaufen, was mit der Information geschieht. Bei technischen Systemen ist es der Mensch: unmittelbar als Steuermann bei einem Schiff, oder mittelbar als Urheber eines Computerprogrammes, das die Kontrolle innehat. Aber bei einem natürlichen System, wie es ein lebender Organismus darstellt?


Es ist erkennbar, daß wir mit einer solchen Frage auf die Funktion und damit auf eine Definition unseres Immunsystems abzielen. Die medizinische Literatur weiß darüber ebenso wenig zu berichten, wie über Krankheit und Heilung. Aber offenbar fällt hier dem Immunsystem die Rolle des Steuermannes zu, eine Grundaufgabe des ganzen komplex geschichteten Regelsystems.


Wir können das nach unserem Verständnis der Stoffwechselschraube folgendermaßen beschreiben: Es gibt „richtige“ oder „falsche“ Information, die zu Gesundheit oder Krankheit führt (s. Satz 16.2). Richtig bedeutet, daß die Stoffwechselprodukte durch die weiteren Aufschließungs-Stufen der Schichtung laufen oder ausgeleitet werden (Gesundheit). Falsch bedeutet, daß sie die weiteren Stufen nicht erreichen, sondern irgendwo als Schlacken liegen bleiben und zu Blockaden Anlaß geben (Krankheit).


Es muß also die Aufgabe dieser Instanz sein, dies auf jeder Stufe der Stoffwechselschraube zu erkennen und über die Weiterverarbeitung nach dem in Satz 16.1 formulierten Grundprinzip eine kybernetische Entscheidung zu treffen. Wir können damit die Stoffwechselschraube auch anders herum beschreiben, nämlich von ihren Zielen her. Dann sehen wir sie als ein System von Entscheidungsstufen, die ich als Stoffwechselschranken bezeichne, die passiert oder nicht passiert werden dürfen.


Dieses nach unserem Verständnis universelle Prinzip von Stoffwechselschranken ist immerhin auch in der Hochschulmedizin bekannt, doch kennt man dort nur sehr wenige, wie etwa die Blut-Hirn-Schranke, die Epithel-Schranke oder die Placenta-Schranke. Aber schon in den Nieren haben wir weitere, auch schulmedizinisch nachvollziehbare Schranken, z.B. bei der glomerulären Filtration des Blutes (s. Kap. 19). Ich komme damit zu einer möglichen Definition des Immunsystems:


Immunsystem – ein System von Stoffwechselschranken:

Das Immunsystem besteht in einem durch die Struktur der Schichtung des Organismus repräsentierten Regelsystem von Stoffwechselschranken, das innerhalb der Stoffwechselschraube über die Weiterverarbeitung von Stoffwechselprodukten entscheidet mit dem Ziel, Struktur und Funktion des Organismus zu erhalten.


Die richtige Entscheidung an diesen Schranken und damit ihre Funktionsfähigkeit setzt eine gemäß Satz 16.3 jeweils korrekt aus den Metaboliten gewonnene Information voraus, die der Organismus „versteht“, das heißt, an allen Stellen der Schichtung beider Stoffwechselpartner muß eine informative Kompatibilität bestehen. Diese leicht einzusehende Bedingung ist bei allen natürlichen Prozessen von der Evolution her erfüllt, doch unsere heutige Wissenschaft, und in deren Gefolge die Medizin, setzt sich allzu leichtfertig darüber hinweg, mit all den schlimmen Folgen, auf die ich vor allem noch in Kapitel 20 zu sprechen kommen werde. Deshalb möchte ich diese Bedingung hier ganz explizit formulieren:


Informative Kompatibilität an den Stoffwechselschranken:

  1. Alle aufzunehmenden Stoffe (Nahrung, Arznei) müssen die durch die Evolution zwischen allen Stoffwechsel-Partnern aufeinander abgestimmte Information für korrekte Wechselwirkung enthalten. Eine Verletzung dieser Bedingung führt zu einer informativen Inkompatibilität erster Art.

  2. Alle aufzunehmenden Stoffe müssen über die von der Natur dafür vorgesehenen Resorptionsorgane (Rachen, Haut) aufgenommen werden. Eine Verletzung dieser Bedingung führt zu einer informativen Inkompatibilität zweiter Art.


Soweit wir die natürlichen Prozesse des Organismus in seiner natürlichen Umgebung sich selbst überlassen, sind diese Bedingungen von selbst erfüllt. In diesem Rahmen spielen sich alle Prozesse von Gesundheit und natürlichen Krankheiten ab, wie sie sich vor allem nach Maßgabe von Satz 17.1 entwickeln.


Unsere moderne naturwissenschaftliche Medizin ist aber offenbar nicht bereit, diese Selbstverständlichkeit der Natur zu respektieren. Mit den heute üblichen Eingriffen in das Innere des lebenden Organismus auch abseits der Notfallmedizin, bei der die Erhaltung des Lebens gegenüber etwaigen Krankheitsrisiken verständlicherweise Vorrang hätte, erzeugt sie neue, künstliche Krankheiten (s. Kap. 20).


Dr. rer. nat. Harald Zycha   |   A-9991 Dölsach   |   info(at)natur-ganzheit-medizin.at   |   Buch herunterladen